Drehen ist Finger-Ballett

 

Eine Ballett- oder andere Tanzvorführung sieht eigentlich immer ganz einfach aus, und vor allen Dingen flüssig, aus einem Guß sozusagen. Aus Bildern über den Unterricht weiß man aber, dass die Bewegungen aus vielen einzelnen "Figuren", Schritten, zusammengesetzt sind. Wenn ein Profi tanzt, kann der Laie das nicht erkennen.

Jetzt bin ich zwar nicht gerade ein Balletfan, aber ich finde, gekonntes Drehen sieht ebenso leicht und flüssig aus.

Blöd ist nur, dass Du als Anfänger / Zuschauer schwer erkennen kannst, welchen Schritt bzw. Griff der drehende Töpfer gerade macht.

 

Weil eine Bewegung in die nächste übergeht.

 

Wenn Dir klar ist, aus welchen Drehschritten das Drehen besteht, kannst Du gezielter wahrnehmen, was da gerade Sache ist auf der Scheibe, wenn Du jemandem zuschaust.

 

Mrs. Clayton-Potters, meine Assistentin, liebt Systematik. Also hier ihre Erklärung

 

 

Das sind die einzelnen Drehschritte

 

Ton kneten / schlagen und in Portionen teilen

Tonkugel zentrieren

Tonkugel aufbrechen

Boden legen

Wandungen hochziehen

Form geben

Scheibe und Hände säubern

Gefäß abschneiden und von der Scheibe nehmen

 

Sobald der Ton auf der Scheibe klebt, geht da der eine Arbeitsgang in den nächsten über.

Die Scheibe dreht in einem fort bis das Gefäß fertig ist und abgeschnitten werden kann.

Dass während des Drehprozesses die Geschwindigkeit der Scheibe verändert wird, nimmt der Zuschauer nicht unbedingt wahr. Ganz zu schweigen vom ausgeübten Kraftaufwand bzw. Druck, der sehr stark variiert.

Aber dazu mehr im nächsten Artikel.

 

Herzlichst Heidi

Aachen Januar 2021